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Wörterbuch

Medienkompetenz

Medienkompetenz ist die Fähigkeit zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit Medien.

Bedeutung für inklusive Technikentwicklung

Manche benachteiligten Jugendliche nutzen digitale Medien in weniger hilfreicher Weise als der Durchschnitt der BevölkerungKinder und Jugendliche wachsen in einer medien·lastigen Lebens·welten auf. Medien werden im Alltag immer wichtiger. Es entsteht ein Konflikt: Zum einen wird verlangt, dass Kinder und Jugendliche einen kompetenten Umgang mit Medien erlernen. Es finden sich jedoch nicht ausreichend Angebote und nicht alle Menschen haben gleichermaßen Zugang zu diesen Angeboten.Nicht alle Fachkräfte in stationären Eingliederungs- oder Jugend·hilfe·einrichtungen konnten bislang medien·pädagogische Fähigkeiten erwerben. Im inklusiven Entwicklungs·prozess von Technologien sollen beide Zielgruppen (Fachkräfte und Kinder / Jugendliche) technologische Lösungen erfinden und gestalten. Diese Technologien dienen zur Bewältigung des Alltags. Hierdurch sollen Medien·kompetenzen gefördert werden und medienpädagogische Kompetenzen gestärkt werden.

"Medienkompetenz definiert dann gleichermaßen ein grundlegendes Vermittlungsziel der Sozialen Arbeit als auch eine Voraussetzung für Fachkräfte zur Bewältigung der Anforderungen und Herausforderungen, die mit dem Medienhandeln einhergehen."Das bedeutet: Medien·kompetenz ist zum einen ein Ziel der Vermittlung in der Sozialen Arbeit. Zum anderen ist es auch eine Voraussetzung für Fachkräfte, um Anforderungen und Herausforderungen zu bewältigen. Die Covid-19-Pandemie hat die Nutzung von digitalen Medien noch einmal verstärkt. Das erfordert Fähigkeiten im Umgang mit digitalen Medien von Jugendlichen und Fachkräften.

Beschreibung

"Medienkompetenz wird hier in Anlehnung an den Begründer des Konzepts, Dieter Baacke, als Fähigkeit verstanden, alle Arten von Medien für das Kommunikations- und Handlungsrepertoire einzusetzen, um sich "in die Welt aktiv" einzubringen (Baacke 1996: 119). Ziel ist die Erweiterung des Orientierungs- und Handlungsspielraums in und mit Medien. Berücksichtigt wird dabei, dass das Subjekt sich nach seinen „eigenen generativen Ausdrucksmustern“ entwickelt, es aber durchaus angeleitet werden kann (ebd.: 121)." Das bedeutet: Medien·kompetenz ist eine Fähigkeit, mit welcher sich Menschen die Welt aneignen. Menschen nutzen Medien zu unterschiedlichen Zwecken, zum Beispiel zur Kommunikation. Das Ziel ist es, die Handlungs·möglichkeiten und Orientierungs·möglichkeiten zu erweitern, mit und in den Medien. Hier ist es wichtig zu berücksichtigen: Menschen entwickeln sich auf eigene Weise im Umgang mit Medien weiter. Anleitungen zum Umgang mit Medien oder andere Personen können eine Unterstützung für die Entwicklung von Medienkompetenzen sein.

Wie sieht Medienkompetenz jedoch am Ende aus? Medien·kompetente Menschen können verantwortungsvoll mit Medien umgehen. Kinder, Jugendliche und Erwachsene sollen Förderung zur Erweiterung ihrer Medien·kompetenzen erhalten. Menschen sollen lernen, mit Medien zu ihrem eigenen Wohl und dem Wohl der Gesellschaft umzugehen. Es gibt verschiedene Definitionen von Medien und Medien·kompetenzen.. Hilfreich für die Gestaltung passender Methoden ist das Modell von Dieter Baacke. Dieter Baacke unterscheidet Medien·kompetenzen in vier Dimensionen: Medien·kritik, Medien·kunde, Medien·nutzung und Medien·gestaltung:

Medien·kritik umfasst nochmals drei einzelne Bereiche: Zum einen soll eine Person in der Lage sein, Probleme in Bezug zu Medien zu erfassen (analytisch). Das dort erworbene Wissen soll auf die Person selbst angewandt werden können (reflexiv). Beide Bereiche sollen auch sozial verantwortlich definiert werden (ethisch).

Medien·kunde unterteilt sich in zwei Bereiche: Es gibt klassisches Wissen, das Wissen darüber, was es für Geräte und Angebote gibt (informative Dimension). Es umfasst auch Fähigkeit, die neuen Geräte bedienen zu können (instrumentell-qualifikatorische Dimension).

Medien·nutzung wird auf zweierlei Ebenen vermittelt: Zum einen anwendend durch die Aufnahme von Informationen. Zum anderen wechselseitig durch Angebote, um praktisch zu arbeiten und das Wissen anzuwenden.

Medien·gestaltung meint, Medien sowohl kreativ als auch schöpferisch zu gestalten.. Ebenso wichtig ist es, die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen wahrzunehmen. Es ist zu berücksichtigen, dass Menschen mit ihren individuellen Vorlieben ungestört in den Medien unterwegs sein möchten, ohne dabei belehrt zu werden.. Medien·bildung soll sich am Menschen und am Konzept des lebenslangen Lernens orientieren.

Quellen

  1. Klimsa, Anja; Lange, Andreas (2019): Medien in der Sozialen Arbeit. Stuttgart: Kohlhammer (Grundwissen Soziale Arbeit, Band 27). Online verfügbar unter http://www.kohlhammer.de/wms/instances/KOB/appDE/nav_product.php?product=978-3-17-032069-7.
  2. Initiative D21 e.V. (2016): 2016 D21-DIGITAL-INDEX. Jährliches Lagebild zur Digitalen Gesellschaft. Online verfügbar unter https://initiatived21.de/app/uploads/2017/01/studie-d21-digital-index-2016.pdf, zuletzt geprüft am 05.05.2021.
  3. Bosse, Ingo; Hasebrink, Uwe (2016): Mediennutzung von Menschen mit Behinderungen. Forschungsbericht. Online verfügbar unter https://www.aktion-mensch.de/dam/jcr:8b186ca0-b0f1-46f8-acb1-a59f295b5bb4/aktion-mensch-studie-mediennutzung-langfassung-2017-03.pdf, zuletzt geprüft am 22.07.2021.
  4. Eickelmann, Birgit; Bos, Wilfried; Gerick, Julia; Labusch, Ameli (2014): Computer- und informationsbezogene Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern der 8. Jahrgangsstufe in Deutschland im zweiten internationalen Vergleich. In: Knut Schwippert, Birgit Eickelmann, Wilfried Bos, Frank Goldhammer, Heike Schaumburg und Julia Gerick (Hg.): ICILS 2013. s.l.: Waxmann Verlag, S. 113–135.
  5. Eickelmann, Birgit; Bos, Wilfried; Gerick, Julia; Labusch, Ameli (2014): Computer- und informationsbezogene Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern der 8. Jahrgangsstufe in Deutschland im zweiten internationalen Vergleich. In: Knut Schwippert, Birgit Eickelmann, Wilfried Bos, Frank Goldhammer, Heike Schaumburg und Julia Gerick (Hg.): ICILS 2013. s.l.: Waxmann Verlag, S. 113–135.
  6. Tillmann, Angela (2020): Veränderte Lebenswelten im Zuge gesellschaftlicher Digitalisierungsprozesse. In: Nadia Kutscher, Thomas Ley, Udo Seelmeyer, Siller, Friederike, Tillmann, Angela und Isabel Zorn (Hg.): Handbuch Soziale Arbeit und Digitalisierung. 1. Auflage. Weinheim: Beltz Juventa, S. 89–100.
  7. Tillmann, Angela (2018): Erziehungshilfen im Kontext der Digitalisierung: Herausforderungen und Aufgaben. In: Forum Erziehungshilfen (3), S. 135–141. Online verfügbar unter https://content-select.com/media/moz_viewer/5b475f9c-02e0-4dbe-aefd-07dcb0dd2d03/language:de, zuletzt geprüft am 04.02.2021.